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Ertrag und LeistungFAQ

Warum bringt meine Anlage bei großer Hitze trotz praller Sonne weniger Leistung?

Antwort

Das ist in den allermeisten Fällen kein Defekt, sondern normales physikalisches Verhalten von Solarmodulen. Sehr hohe Temperaturen senken den Wirkungsgrad: Je heißer die Solarzellen werden, desto weniger Leistung geben sie ab. Die Leistungsangabe eines Moduls (z. B. in Watt) gilt für eine Zelltemperatur von 25 °C (Standard-Testbedingungen). An einem heißen, sonnigen Tag heizen sich die Module aber deutlich stärker auf — die Zelltemperatur liegt dann oft bei 60–70 °C. Pro Grad über 25 °C sinkt die Leistung typischerweise um etwa 0,3–0,4 %. In der Summe kann die Modulleistung an sehr heißen Tagen dadurch rund 10–20 % unter dem Laborwert liegen. Deshalb wirkt es paradox, ist aber normal: Die höchsten Spitzenleistungen erreicht eine Anlage oft nicht an den heißesten Tagen, sondern an kühlen, klaren Tagen mit viel Sonne (z. B. im Frühjahr), weil die Module dann kühler bleiben.

Wichtige Hinweise

  • Eine gute Hinterlüftung der Module (Luftspalt hinter dem Modul) hält sie etwas kühler und verringert den Effekt.
  • Vergleichen Sie Ihren Ertrag am besten an einem kühlen, sonnigen Tag mit einem heißen Tag — den Unterschied werden Sie bemerken.
  • Der Temperatureffekt ist nur einer von mehreren Ertragsfaktoren. Liegt Ihr Ertrag dauerhaft und deutlich unter den Erwartungen, prüfen Sie zusätzlich Ausrichtung, Verschattung, Verschmutzung sowie ob der Wechselrichter online und ohne Fehlermeldung ist.

Kontext

  • Ursache: negativer Temperaturkoeffizient kristalliner Silizium-Module; mit steigender Zelltemperatur sinkt vor allem die Spannung und damit die Leistung.
  • Bezugswert ist STC (Standard Test Conditions): 25 °C Zelltemperatur, 1000 W/m².
  • Verwandter Artikel mit allen Ertragsfaktoren: „Warum ist mein Ertrag niedriger als erwartet?".
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